lugano.jpgglaubenbielen.jpgalp_tavrue.jpgcamana.jpgsnsegraben_torenoeli.jpgaareschlucht.jpggorges_du_durnand.jpghalsesee.jpg

Sie werden noch auf die Welt kommen


Am 3. März entscheiden die Stimmberechtigten im Kanton Graubünden an der Urne, ob sie für die Olympischen Spiele 2022 als Veranstaltungsort kandidieren. Falls Ja für Olympia gestimmt wird, beginnen die Planungsarbeiten in St.Moritz und Davos, wo die Spiele abgehalten werden sollen. Sollte Graubünden den Zuschlag erhalten,  müssen neue Strassen und Stadien, Hotels und Gebäude gebaut und saniert werden. Bereits gibt es einsehbare Pläne, aus denen hervorgeht, dass beispielsweise das Langlaufstadion auf der Wiese von Biobauer Peter Meisser stehen würde. Was keine schöne Überraschung für ihn war. Er wurde darüber nie informiert.

Die eingezeichnete Zone zeigt die Wiese, die mit einem Langlaufstadion überbaut werden soll. (Bild: google maps /Michelle Sommerhalder)

 


Sollten die Olympischen Spiele tatsächlich nach Graubünden kommen, müssen viele Strassen und Gebäude gebaut und restauriert werden. Grundbesitzer wie Peter Meisser werden dann gefragt, ob man ihr Land dafür verbauen darf. Die Frage ist nur, wie viel die Eigentümer dagegen machen können, wenn einmal für Olympia entschieden wurde.

Peter Meisser wohnt am Rand von Davos Dorf (siehe Karte). Neben seinem Hof liegt eine vier Hektar grosse Wiese, die nach Plan für die Winterspiele 2022 mit einem Langlaufstadion überbaut werden soll. Vor dem Haus und um den Stall herum sind zudem Parkplätze vorgesehen. „Danach wieder einen Rückbau vorzunehmen, ist eine Illusion“, sagt Meisser, „Nach so einer Überbauung bleibt nur ein Schutthaufen zurück. Eine Wiese lebt und ist natürlich durchlüftet. Wenn man die Fläche nachher einfach wieder begrünt, versickert das Wasser nicht mehr. Es ist nicht mehr dieselbe Wiese.“

Werbetrommel wird kräftig gerührt

Wie sich Meisser erinnert, sprach Sportminister Ueli Maurer einmal bei einer 1. August Rede davon, schon bei der Gründung der Eidgenossenschaft 1291 sei festgehalten worden, dass das Recht des Einzelnen immer vor dem Recht der Gemeinschaft gehe.
Nun sagt Meisser: „Ich würde Herr Maurer gerne fragen, ob dies auch gilt, wenn ich mein Land nicht zu Gunsten eines Olympia-Langlaufstadions hergeben will.“
Im Bündnerland wird momentan kräftig die Werbetrommel pro Olympia gerührt. „Ich kann mir vorstellen, dass in Davos Ja gestimmt wird“, meint Peter Meisser, „Darum hoffe ich auf die Vernunft der Leute im restlichen Kanton. Die Sanierungen nutzen nur Davos und St.Moritz, die Kosten übernimmt jedoch die Kantonskasse.“ Ausserdem findet er: „Es müsste ja nicht alles bei uns stattfinden, man hätte die Spiele besser verteilen können, im gesamten Kanton oder der gesamten Schweiz.“

Gemeinsam mit einem Berufskollegen inserierte Meisser in der Bauernzeitschrift „Bündner Bauer“. Ihre Aussage war klar: „Nein zu Olympia – Bauern sorgen sich um ihre Wiesen und Felder.“

„Wenn der Zug einmal fährt, dann fährt er“

Sollten die Bündner Ja zu Olympia stimmen, fragt sich Peter Meisser, ob er dann noch eine Chance hat, etwas gegen die Überbauung seiner Wiese zu machen. „Es wird sicher eine schwierige Zeit für mich, wenn die Kandidatur angenommen wird. Wenn der Zug einmal fährt, dann fährt er.“

Bis zur Abstimmung am 3. März bleibt Peter Meisser fast nichts anderes übrig, als abzuwarten. „Ich werde dagegen stimmen. Wenn dafür gestimmt wird, wird der Kanton noch auf die Welt kommen, mit all den Strassen und allem, das gebaut werden muss.“

Schweiz. Greina-Stiftung – Zur Erhaltung der alpinen Fliessgewässer

Bergwald-Projekt

alpentaxi.ch

alpentaxi.ch

Alpine Pearls - Natürlich Sanfter Urlaub

Pressebüro Seegrund – Sankt Gallen (CH)