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„Kärnten is lei ans“ - Kärntner Küche & Kärntner Comedy mitten in Wien


Am 18. Februar (und nochmals am 25.) ist es soweit: Ö3-Comedian Christian Schwab und die Kabarett-Zwillinge Birgit und Nicole Radeschnig analysieren um 20:00 Uhr zentrale Fragen der Kärntner vor der Landtagswahl (3. März 2013): Woher kommen wir? Wer sind wir? Wo kärnten wir eigentlich hin? Die Location? Der „Schrittesser“ - Das Kärntner Kulinarische Kleinod im Herzen der Donaumetropole.

 

Kärntner Jungwirte in Wien: Stefan und Andreas Schrittesser sorgen mit ihrer juvenilen Speckbar für "ein heiteres Stück Gaumenfreude". (Bild: Oberrauner)

 

Von Wien sagt man, hier leben mehr Kärntnerinnen und Kärntner als in der Landeshauptstadt Klagenfurt. Nicht nur Studium, Liebe oder Beruf zieht aus dem südlichsten, seenreichen österreichischen Bundesland in die große Stadt. Neben der vielfältigen Kulturlandschaft, die in der Walzerstadt wartet, möchte man aus dem Schatten eines politischen Tohuwabohus treten, das nicht nur zu vorgezogenen Landtagswahlen führt, sondern auch wahrlich genügend Stoff für satirische Betrachtungen bereithält. Vor allem wirft es viele Fragen auf: „Ist Italien nur deshalb so korrupt, weil es an Kärnten grenzt? Werden die Ehrengäste bei der nächtlichen Fête Blanche keine weiße Weste mehr zum Anziehen finden? Darf ich, wenn ich im Supermarkt einen Apfel geklaut habe und erwischt werde, auch Jörg Haider dafür verantwortlich machen?“ Der gebürtige Lavanttaler Christian Schwab, seit Jahren Hitradio Ö3-Spaßverantwortlicher, Comedy-Hirte und an der Seite von Peter Moizi kongenialer Part des sogar nach Übersee gekommenen Lacherfolgs „Mozi & Schwab“ (http://www.moizi-schwab.at/) möchte sein Programm als „kabarettistische Aufarbeitung von gewissen Zuständen“, aber auch als „Liebeserklärung an das Land zwischen Glockner und Koralm“ verstanden wissen. Für die humoristische Auseinandersetzung mit seinem Heimatbundesland hat er die Klagenfurter Kabarett-Zwillinge Birgit und Nicole Radeschnig (http://www.radeschnig.net/) als „Part of the Game“ gewinnen können, die „taktvoller als Uwe und Kurt Scheuch“ vor allem, ihrem Hintergrund gerecht, tonkünstlerisch durch den Abend begleiten.Bereits 2010 haben die beiden für ihr musikalisches Kabarett „Nach Kärnten“ - unter anderem darüber sinnierend, warum man „den Villacher Fasching nur noch auf Rezept“ bekommt - den Grazer Kleinkunstvogel gewonnen.

Christian Schwab, gebürtiger Lavantthaler: Komödiantisches zu den Kärntner Landtagswahlen im Wiener Schrittesser (Bild: pd)

Die Location oder „Comedy im Schrittesser“

Kein Act ohne Location. Die ist in diesem Fall auch sehr trefflich: „Comedy im Schrittesser“ heißt nämlich Kabarett in der juvenilen Speckbar (http://www.schrittesser.at/) der sympathischen und kreativen Jungwirte Stefan und Andreas Schrittesser, die aus dem Metnitztal nach Wien kamen in den Rathausarkaden, direkt hinter der Hauptuniversität ihr Kärntner Kulinarisches Kleinod, seit kurzem auch am Naschmarkt vertreten, aufzubauen. Ihre Mission: „Ein kleines Stück der Kärntner Gemütlichkeit und Gaumenfreude nach Wien“ zu bringen. Der Name ist auch Philosophie, denn „Liebe geht ja bekanntlich durch den Magen. Unser Liebesbote ist der Kärntner Speck.“ Den gibt es in trendigen Geschmacksrichtungen wie Chili oder Thymian. Natürlich darf mit den „Kasnudel“ die seit 1753 schriftlich dokumentierte Kärntner Regionalspezialität nicht fehlen. Genauso wenig wie hausgemachtes Brot, echte Bauernbutter, hausgemachte Käsesorten, Most, Schnäpse, eingelegte Eierschwammerln oder der Kärntner Reindling – alles echt bio, vieles auch liebevoll von daheim importiert. Gastfreundschaft ist beim „Schrittesser“ großgeschrieben. Stets willkommen fühlt man sich in launiger Atmosphäre sofort wohl, wenn man beim Holzmobilar den liebevoll bereiteten toskanischen Kaffee den Gaumen erfreuen lässt und das dazugehörige obligate Nass aus einem Kärntner Wasserglas trinkt. Nebst der preiswerten Tagesteller gibt es auch für Studenten attraktive Angebote. Ihr Einfallsreichtum für innovative und originelle Events, die Jung und Alt gleichermaßen anzieht, scheint grenzenlos und erlebt mit dem Kabarett ein echtes Highlight. Ein perfekter Kärntner Rahmen für ein Kärntner Programm: Ein genialer Mix aus Heimeligkeit und  Humor.

 

Der Eintritt beträgt 10 €. Karten für die Comedy-Abende am 18. und am 25. Feber, jeweils um 20:00 Uhr, gibt es auch im Vorverkauf – „korruptionsfrei!“ - im Lokal.

Buchtipp: Der Kärntner Reindling

Seinen Namen hat der Reindling von seiner Herstellung in einer mundartlich als solchen bezeichneten „Rein“ - einer so genannten viereckigen oder häufig runden Pfanne, einem Napf-, oder auch Gugelhupfmodel. Sein soziohistorischer Hintergrund als Bauernkost findet sich als traditionelle Osterspeise aus Germteig, gefüllt mit Zucker, Zimt, Rosinen und Butter, gerne auch mit Walnüssen und verziert mit christlichen Symbolen. Heute noch wird der Reindling – mittlerweile ebenso beliebter Begleiter des Nachmittagskaffees – gerne zur Osterjause mit Schinken, Eiern, Kren gereicht. Im Villacher Raum wird er sogar zur sommerlichen „sauren“ Kirchtagssuppe serviert.Die gebürtige Klagenfurterin Natascha Partl, Lehrerin an der zweisprachigen Höheren Lehranstalt für wirtschaftliche Berufe des Konvents der Schulschwestern/Višja šola za gospodarske poklice zavoda šolskih sester in St. Peter bei St. Jakob im Rosental für die Gegenstände Küchenführung und Servierkunde, Ernährungslehre hat mit ihrem Buch über den „Kärntner Reindling“ das erste Kochbuch über die weltbekannte Kärntner Köstlichkeit verfasst.

Das Buch „Der Kärntner Reindling“ (ISBN: 978-3-7086-0495-4) ist auch auf Slowenisch unter dem Titel „Koroška pohača“ im Hermagoras-Verlag erschienen. (http://www.mohorjeva.at/shop/details/der_kaerntner_reindling/)

Außerdem: Auf der Homepage der Radentheiner Bergbäuerin Sieglinde Kohlmayer, die sich voll und ganz dem Reindling widmet, kann man sich über die traditionelle Kärntner Mehlspeis schlau machen: http://www.kaerntner-reindling.com

Der Kärntner Reindling: Auch ein Kochbuchthema. (Bild: Oberrauner)

Kärntner Kasnudel

Gerne geben in der Welt verstreute Exilkärntner auf die Frage hin, was sie denn von daheim am meisten vermissen, auch die Kasnudel an. Für die zuweilen als Kärntner Ravioli bezeichnete Spezialität, eine Köstlichkeit mit Suchtpotential, gilt eine Faustregel: Sie müssen handgemacht sein. Und das, wie die in München lebende Gourmet-Journalistin Katja Mutschelknaus in „Cotta's kulinarischem Almanach No.16/ Thema: Bodenständiger Süden“ so trefflich auf den Punkt bringt, dauert: „Deshalb macht sie kaum noch wer selbst. Außer jener Generation von Tanten, Müttern und Großmüttern, für die es das Selbstverständlichste der Welt ist, bei der Küchenarbeit Schürze zu tragen. (…)“ Tatsächlich rühmen sich einige, die Kunst des Krendelns zu beherrschen, womit die Kunst, die ziervollen Abschlussränder der halbmondförmigen Nudel zu fertigen, gemeint ist. Hat man es nicht zufällig aus Großmutters Küchenfundus vermittelt bekommen, gibt es viele Kärntner Gasthäuser, die im Rahmen von Kochseminaren Kurse hierfür anbieten. „Rezepte für Kärntner Kasnudeln gibt es etwa so viele wie es Kärntner Bergtäler gibt. Jedes Tal entwickelte seine eigene Tradition. In manchen Tälern gedieh nur der Roggen, also machte man sie dort mit Roggenmehl. Manche Täler waren reich gesegnet, dort tat man Weizenmehl in den Teig. Andere Täler waren arm dran, dort streckte man die Topfenfülle mit Erdäpfeln. Oder mit Hirse.“ Und damit noch nicht genug: „Es gibt Kärntner Kasnudeln ohne Eier im Teig und solche mit Eiern; es gibt Nudeln mit und ohne Knoblauch und solche ohne, mit Lauch und ohne. Mit Semmeln in der Füllung. Ohne Semmeln in der Füllung. Manche Köchin würzt mit einem Hauch Peperoncini. Andere schüttelt es bei diesem Gedanken.“ Bis hin zur diversen Erscheinung: „Es gibt Nudeln, die aussehen wie Tennisbälle: rund und prall. Andere Nudeln schauen aus wie aufgetaute Flundern: platt und lädiert.“ Entsprechend vielfältig ist die Auswahl am Kasnudel-Potpourrit beim „Schrittesser“: von der, für einige Kärntner traditionellsten Variante, mit der durch Minze verfeinerten Topfen-Kartoffel-Füllung, über die Spinat- bis hin zu den Tomaten-Nudeln. Übrigens waren die Kärntner Kasnudeln eine bereits im Mittelalter bekannte und geschätzte Speise. Bereits um 1485 berichtete Paolo Santonino, Sekretär des Patriarchen von Aquilea, anlässlich seiner Reisen durch das Drautal über die von „fleißzigen Frawen gefertigten Teigwerke mit schmackhaftem Inhalte.“

Für Interessierte und Hungrig gewordene empfiehlt sich der Besuch der Homepage des Oberdrauburger Kärntnernudelvereins, der sich liebevoll der Spezialiät „Kärntnernudel“ annimmt. http://www.kaerntnernudel.at/verein.htm

 

Unbedingt kosten: Kärntner Kasnudeln (Bild: Oberrauner)

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Pressebüro Seegrund – Sankt Gallen (CH)